Mitarbeitergespräche – wie baue ich das Gespräch auf?

Locker anfangen, fokussiert durchführen, positiv enden: So werden Mitarbeitergespräche produktiv

Im vorigen Beitrag hatte ich die Vorbereitung eines Mitarbeitergesprächs thematisiert. Nun steht das Gesprächstermin vor der Tür. Wie wird das Gespräch für beide Gesprächspartner zu einer Bereicherung?

Ihre Mitarbeiter sollen zum Mitarbeitergespräch nicht wie zur Schlachtbank kommen – aber auch nicht wie zu einer zwanglosen Plauderei oder  unerheblichen Formalität. Schaffen Sie einen lockeren Einstieg. Und kommen Sie danach fokussiert zur Sache. Sie haben sich vorher überlegt, was Sie ansprechen wollen, vielleicht ein paar Notizen gemacht. Halten Sie sich daran.

Phasen des Feedback-Gesprächs

Ob großes Jahresgespräch oder Feedbackgespräch zwischendurch – diese beiden Gesprächsphasen ergeben sich meist ganz organisch:

  1. Rückblick, Analyse, Feedback – Je nach Gesprächsrahmen thematisch eingegrenzt oder umfassender. Probleme und Kritik kommen überwiegend in dieser Gesprächsphase zur Sprache.
  2. Ausblick – Ziele der nahen Zukunft, erarbeitete Lösungsvorschläge und Zielsetzungen, die sich aus dem Feedback ergeben.

Im Jahresgespräch fassen Sie meist in einer dritten Gesprächsphase noch einmal die weiteren Perspektiven für Ihren Mitarbeiter ins Auge.

Der Feedback-Burger: Kritisches Feedback richtig “verpacken”

Richtig Feedback geben – das war vor einiger Zeit hier schon einmal Thema. Stichworte “Eigene Wahrnehmungen beschreiben” und “Auf Verallgemeinerungen verzichten”. Von diesen Strategien sollten Sie im Mitarbeitergespräch unbedingt Gebrauch machen, damit Ihr Feedback seinen Adressaten erreichen kann.

Servieren Sie den sogenannten Feedback-Burger:

  1. Finden Sie einen positiven Einstieg mit Bezug zum Thema. Bei Mitarbeitern, mit denen Sie grundsätzlich zufrieden sind, sollte das keine Schwierigkeit sein – und Ihre Mitarbeiter verdienen es, auch das Positive zu hören.
  2. Üben Sie dann Ihre Kritik. Bitte konkret, und tendenziell besser auf ein Thema begrenzt. Laden Sie nicht alles, was Sie je an Ihrem Mitarbeiter gestört hat, auf einmal ab.
  3. Gestalten Sie einen positiven, optimistischen Abschluss.

Positiv – kritisch – positiv. Wie die Grillhackscheibe mit knackigem Salat zwischen zwei fluffigen Brötchenhälften…

Das Gespräch zu einem guten Ende bringen

Aus akutem Anlass steht ein kritisches Feedbackgespräch an, und Sie zermartern sich den Kopf nach einem positiven Einstieg? Manchmal gibt es eben einfach keinen. Tun Sie, was zu tun ist, reden Sie sachlichen Klartext.

Was dagegen wirklich jedes Mitarbeitergespräch braucht, ist ein guter Abschluss in freundlicher Atmosphäre. Und sei es auch nur ein “Ich bin sicher, wir schaffen das”.

Nicht nur beim Jahresgespräch kann ein aufgesetztes Schriftstück dem Gespräch einen verbindlichen und strukturierten Abschluss geben. Egal, ob Sie die wesentlichen Gesprächspunkte und die Ergebnisse als formlose Notiz oder in einem Protokollformular festhalten: Händigen Sie Ihrem Mitarbeiter eine Kopie aus. Als Erinnerungshilfe – und als vertrauensbildende Geste.

Im nächsten Beitrag wird es noch einmal konkret um das Kritikgespräch gehen.

Schreibe einen Kommentar