Was macht Unternehmen für Mitarbeiter attraktiv – und erfolgreich?

Studie zu Arbeitgeberattraktivität zeigt: Attraktive Unternehmen sind auch erfolgreicher

Die zeag GmbH (Zentrum für Arbeitgeberattraktivität) versteht sich als eine Art Arbeitgeber-TÜV für mittelständische Unternehmen. Das Zentrum vergibt Prüfsiegel, ermittelt die Arbeitgeber des Jahres und beleuchtet mit der TopJob-Trendstudie in Zusammenarbeit mit der Universität St. Gallen jährlich ein anderes Thema aus der Arbeitswelt.

2015 war die Arbeitgeberattraktivität an der Reihe. Zum Thema befragt wurden keine sternäugigen Berufseinsteiger – sondern 16.274 gestandene Mitarbeiter und Führungskräfte aus 96 mittelständischen Unternehmen. Was macht einen Arbeitgeber für diese Männer und Frauen, Mitglieder der Generationen X (geboren zwischen 1966 und 1975) und Y (geboren zwischen 1977 und 1994) besonders attraktiv? Was sind die größten Attraktivitäts-Killer?  Und nicht zu vergessen: Lohnt sich das Bemühen um Arbeitgeberattraktivität für die Unternehmen?

Zufriedene Mitarbeiter machen bessere Arbeit

Zunächst: Das Bemühen, auch für bestehende Mitarbeiter ein attraktiver Arbeitgeber zu sein, macht in der Tat wirtschaftlich Sinn, wie ein Vergleich von Business-Daten der attraktivsten und unattraktivsten Unternehmen zeigte. Die Unternehmen mit den zufriedensten Mitarbeitern verbuchten 16 Prozent mehr Unternehmensleistung, 12 Prozent mehr Return on Investment und waren 12 Prozent innovativer als die unattraktivsten Unternehmen. Soviel Attraktivität strahlt ab: Auch ihre Kunden konnten die attraktivsten Unternehmen – wiederum um die magischen 12 Prozent – stärker begeistern als die Firmen vom anderen Ende des Spektrums.

Und was müssen Unternehmen laut TopJob-Studie nun tun, um attraktive Arbeitgeber zu werden?

Attraktivitätsfaktoren, Attraktivitäts-Killer: Die Studien-Ergebnisse im Überblick

Als Attraktivitätsfaktor Nummer Eins für Frauen stellte sich interessanterweise internes Unternehmertum heraus. Diese Wahl könnte man als den Wunsch nach weniger Routine, mehr Innovation und Eigenverantwortung im Arbeitsalltag werten. Auf den weiteren Plätzen stehen Lernmöglichkeiten und Aspekte guter Mitarbeiterführung. Attraktivitäts-Killer: die Beschleunigungsfalle, resignative Trägheit und Zentralisierung.

Ebenso überraschend: Für die befragten Männer war doch tatsächlich die Familienorientierung ihres Arbeitgebers beinahe ebenso wichtig wie eine Kultur des Vertrauens und die Möglichkeit, internes Unternehmertum zu leben. Bei der Bewertung der Attraktivitätskiller herrschte weitgehende Übereinstimmung mit den Frauen.

Generationen- und Geschlechterunterschiede fast deckungsgleich … und kontraintuitiv

Die Generation Y setzt ihre Prioritäten ähnlich wie die Gesamtheit der Frauen. Die Generation X teilt dagegen überwiegend die Werte der Männer. Hier noch einmal zum Mitschreiben: Für Frauen und die Generation Y im Ganzen spielt die Familienorientierung ihres Arbeitgebers  laut TopJob-Studie keine allzu große Rolle.

Weniger unerwartet: Frauen und Angehörige der Generation Y, die mit ihrem Arbeitgeber unzufrieden sind, fühlen sich eher emotional erschöpft und tragen sich öfter mit Kündigungsabsichten als Männer und die Generation X.

Dagegen profitiert die Verbundenheit mit dem Unternehmen (Commitment) geschlechts- und altersunabhängig von mehr Arbeitgeberattraktivität. Mehr Commitment bedeutet eine positive Einstellung, mehr Engagement, mehr Leistungswillen. Und das verbessert letztlich auch die Unternehmensbilanz. Eigentlich eine Milchmädchenrechnung. Mit der TopJob-Studie haben Sie sie noch einmal schwarz auf weiß.

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